Wenn der Spätherbst beginnt, die steilen Weinberge der Prosecco-Hügel von Conegliano Valdobbiadene in warme, goldene Töne zu tauchen, wird die Atmosphäre in der Region besonders intim und stimmungsvoll. In dieser von der UNESCO geschützten Kulisse bereitet sich das Dorf Col San Martino in der Gemeinde Farra di Soligo jeden November darauf vor, eines seiner authentischsten und am tiefsten verwurzelten Feste wiederzubeleben: die Festa de San Martin. Es ist ein historisches Ereignis, das weit über ein einfaches Dorffest hinausgeht – ein echtes kollektives Ritual, das die Gemeinschaft verbindet und Besucher in einer Atmosphäre herzlicher Gastfreundschaft willkommen heißt.
Die Wahl dieses Jahreszeitpunkts ist keineswegs zufällig. Historisch gesehen fiel der elfte November mit dem zusammen, was in der ländlichen Welt als eine Art „bäuerliches Neujahr“ galt. Es war der Moment, in dem die Bauern Bilanz über das Jahr zogen, alte Pachtverträge ausliefen und vor allem die Fässer geöffnet wurden, um den neuen Wein zu verkosten. In Col San Martino lebt dieses alte bäuerliche Erbe jedes Jahr aufs Neue auf. Es verwandelt die erste Herbstkälte in die ideale Gelegenheit, sich bei den unverfälschten Aromen der lokalen Tradition aufzuwärmen und den Wert der Geselligkeit neu zu entdecken.
In einem so eng mit den Wurzeln der Erde verbundenen Kontext kann der unbestrittene Protagonist der Veranstaltung nur der Vin col Fondo sein. Während das Frühjahr in diesen Breitengraden den Prosecco in seiner modernen, schäumenden Variante feiert, gehört der Herbst der Festa de San Martin rechtmäßig dieser besonderen, ursprünglichen Weinsorte, welche die venetische Weinbautradition besser beschreibt als jedes Wort. Der Vin col Fondo ist ein ehrliches Produkt ohne künstliche Zusätze, das sich dadurch auszeichnet, dass es direkt in der Flasche nachgärt, ohne jegliches Degorgieren oder Filtrieren. Die auf dem Flaschenboden verbleibende Hefe verleiht dem Wein seine typische, leichte Trübung, ist aber vor allem der Hüter eines sich ständig weiterentwickelnden Aromaprofils.
Der Herstellungsprozess dieses Spitzenweins folgt strikt den Rhythmen der Natur. Alles beginnt mit der Handlese der Trauben, die man leicht überreifen lässt, gefolgt von einer schonenden Mazeration. Der Most gärt dann im Winter bei kontrollierten Temperaturen, um im Frühjahr in Flaschen abgefüllt zu werden. Durch das Erwachen der Natur und die milderen Temperaturen nehmen die Hefen ihre Arbeit in der Flasche spontan wieder auf. Da sie den vorhandenen Zucker vollständig verbrauchen, schenken sie uns einen unglaublich trockenen und angenehm säuerlichen Wein. Die natürliche Kohlensäure, die in dieser Phase entsteht, bleibt im Glas eingeschlossen, verbindet sich mit dem Wein und lässt eine feine, lang anhaltende Perlage entstehen, die den Gaumen mit unerwarteter Sanftheit umhüllt.
An der Festa de San Martin teilzunehmen bedeutet, in diese alte, faszinierende Welt einzutauchen, in der kulinarische Exzellenz in einem ungezwungenen und fröhlichen Rahmen für alle zugänglich wird. Es ist die perfekte Gelegenheit, durch die goldenen Landschaften der Hügel zu spazieren, die frische Novemberluft einzuatmen und sich anschließend ein Glas Tradition zu gönnen – vielleicht bei einem kurzen Plausch mit denjenigen, die diesen Wein seit Generationen herstellen.
Auch für uns von Ferranato repräsentiert der Vin col Fondo die Essenz unserer Unternehmensphilosophie: eine unauflösliche Verbindung zur Vergangenheit, auf die wir stets mit tiefem Respekt blicken. Und wenn Sie nicht die Möglichkeit haben, den herbstlichen Zauber von Col San Martino persönlich zu erleben, können Sie diese authentische und gesellige Atmosphäre jederzeit zu sich nach Hause holen. Entkorken Sie einfach eine unserer Flaschen Prosecco col Fondo, die Schluck für Schluck von der Poesie und dem Stolz unseres Landes erzählt.


